Auch Leinen kann erzählen

Gebrauchsgegenstand, Hausschatz und Kunst­werk: Eine Ausstellung über „LeinenGut“ in Aalten (NL) unweit von Bocholt

Leinen hat unendlich viele Seiten, vom schlichten Werkstoff für den Haushalt bis zum Material moderner Kunst. Der Tradition und Vielfalt dieses Stoffes widmet sich eine Ausstellung in Aalten, wenige Kilometer nördlich von Bocholt und jenseits der Grenze in den Niederlanden gelegen. Das dortige Dreifach-Museum am Marktplatz eröffnet am morgigen Samstag eine Ausstellung mit dem Titel „LeinenGut ab 1700 – Bett und Bad, Tisch und Geschirr“.

Flicken und Grenzblicke

Im Mittelpunkt wird, wie das Museum mitteilt, ein „Leinen-Kabinett“ stehen, wie es früher in den ländlichen Haushalten des Ach­terhoek zu finden war – ein ausladender Schrank also, in dem die Frauen ihren Aussteuerschatz aufbewahrt haben. Gezeigt werden aber auch die Techniken auf dem Weg vom Flachs zum Leinen, die Verwendung unterschiedlicher Materialien und Farben. Außerdem wird gezeigt, „was bei den Bessergestellten und den weniger Begüterten im Wäscheschrank lag“, so das Museum.

Der Bogen der Schau spannt sich vom Tischleinen aus dem 17. Jahrhundert über Unterwäsche, Monogrammstickerei bis zum Leinenhandtuch von heute. Die Ausstellungsmacher blicken auch auf „geschickte Kunststopferei und erfindungsreiche Änderungstechniken“, wie sie es nennen. Denn die teuren Leinentextilien wurden immer wieder geflickt und umgeändert, damit sie weiterhin genutzt werden konnten.

Museum in drei Teilen

Einen Blick wert sind auch die Unterschiede im Umgang mit der Tisch- und Bettwäsche beiderseits der deutsch-niederländischen Grenze, die nur wenige Kilometer entfernt von Aalten verläuft. Gezeigt wird schließlich auch zeitgenössische Textilkunst der Kunsthandwerkerinnen Els Lemkes und Carola Mokfeld sowie Jo Wiggers.

Zu sehen ist das alles im Aaltener Dreifach-Museum, das drei sehr unterschiedliche Themen darstellt:
die ländliche Geschichte des einstigen Dorfes Aalten und seines Umlandes, die kleinstädtisch-bürgerlichen Lebenswelt Aaltens und den Alltag in der Vorkriegs- und Kriegszeit unter deutscher Besatzung.

 

Tipps für Besucher

Die Ausstellung „Linnengoed – LeinenGut“ wird am Samstag, 27. Mai, eröffnet und ist bis zum 1. Oktober zu sehen. Das Aaltener Museum (Markt 14, 7121 CS Aalten – Niederlande) ist dienstags bis samstags von 10 bis 17 Uhr sowie sonntags von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet pro Person 5 €, ermäßigt 4 €, Kinder (4 bis 12 Jahre) 3 €.
Weitere Informationen unter Tel. (00  31/543) 47 17 97, www.aaltensemusea.nl.