Eine Stippvisite nebenan?

Blick in die neuen Jahresprogramme der Freilichtmuseen rund um Westfalen

Ob zu Fuß, per Rad oder mit der Bahn – das Unterwegssein ist in diesem Jahr eines der verbindenden Themen im Ausstellungsjahr der Freilichtmuseen rund um Westfalen.

Cloppenburg
Das Oldenburger Land gehört zu den letzten Landstrichen in Deutschland, die einen Bahnanschluss erhielten. Erst 1867, also vor 150 Jahren, fuhr die erste Bahn von Oldenburg nach Bremen – zu einem Zeitpunkt, als ganz Europa längst vernetzt war. Wie es zu dieser Verspätung kam und wie die Bahn den Nordwesten gewandelt hat, ist Thema einer Sonderausstellung im Museumsdorf Cloppenburg. Zum Rahmenprogramm gehören Oldtimer-Zugfahrten, eine Spurensuche per Fahrrad sowie Filmnächte.

Adressen, Eintritt, Öffnungszeiten

Museumsdorf Cloppenburg Bether Straße, 49661 Cloppenburg, Tel. (0  44 71) 9 48 40, www.museumsdorf.de.
Geöffnet: täglich, auch montags (!), von 9 bis 18 Uhr.
Eintritt: Erwachsene 7,50 €, ermäßigt 4 €, Kinder und Jugend­liche 2,50 €, Familien 16 €.

Museumsdorf Hösseringen Landtagsplatz 2, 29556 Suderburg-
Hösseringen, Tel. (0 58 26) 17 74, www.museumsdorf-hoesseringen.de.
Geöffnet: bis zum 31. Oktober täglich außer montags von 10.30 bis 17.30 Uhr.
Eintritt: Erwachsene 5 €, ermäßigt 2,50 €, Kinder und Jugendliche frei.

Bergisches Freilichtmuseum
Kölner Straße (Schloss Heiligenhoven), 51789 Lindlar, Tel. (0 22 66) 9  01  00, www.freilichtmuseum- lindlar.lvr.de.
Geöffnet: dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr (von November bis Februar 10 bis 16 Uhr).
Eintritt: Erwachsene 6 €, ermäßigt 4 €, Kinder und Jugendliche frei.

Freilichtmuseum Kommern Eickser Straße, 53894 Mechernich-Kommern, Tel. (0 24 43) 9 98 00, www.kommern.lvr.de.
Geöffnet: an 365 Tagen im Jahr, täglich von 9 bis 19 Uhr (zwischen November und März von 10 bis 17 Uhr).
Eintritt: Erwachsene 7,50 €, ermäßigt 5,50 €, Kinder und Jugendliche frei.

Niederrheinisches Freilichtmuseum
Am Freilichtmuseum 1, 47929 Grefrath, Tel. (0 21 58) 9 17 30, www.niederrheinisches
freilichtmuseum.de.

Geöffnet: täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr.
Eintritt: Erwachsene 4,50 €, ermäßigt 3,50 €, Kinder und Jugendliche 1,50 €, Familien 9 €.

Das „Museumsdorf“ zeigt 50 Bauwerke aus dem ländlichen Niedersachsen: von der Schusterwerkstatt bis zum Großbauernhof, von der Ölmühle bis zur Bauerschaftsschule. Zum Jahresprogramm gehören die „Gartenpartie“ vom 25. bis 28. Mai, die Dorfkirmes am 8./.9. und 15./16. Juli und der Töpfer- und Handwerkermarkt am 26./27. August.

Hösseringen
Zwischen Celle und Uelzen liegt das Museumsdorf Hösseringen. Auf seinem rund 10 ha großen Gelände ist ein Haufendorf mit etwa 30 Gebäuden rekonstruiert, die das Landleben der Lüneburger Heide zwischen 1600 und 1950 zeigen.
Ende Mai wird dort eine Ausstellung über den ländlichen Einzelhandel eröffnet. Sie trägt den Titel „Und ist der Handel noch so klein … – Höker und Kaufleute auf dem Lande“.

Am 11. Juni findet ein Schlepperveteranentreffen statt, am 17. und 18. Juni das „Klangrauschtreffen“ mit (Folk-)Musikern aus ganz Deutschland. Ende August wird ein Kohlenmeiler aufgeschichtet und angezündet.

Lindlar
Etwa auf halber Strecke zwischen Olpe und Köln liegt das Bergische Freilichtmuseum Lindlar. Auf 25 ha Fläche sind rekonstruierte bzw. wieder aufgerichtete Kleinbauernstellen, Bauernhöfe und Handwerkshäuser des Bergischen Landes zu sehen, so etwa ein Bandweberhaus aus Wuppertal-Ronsdorf oder eine Schmiede mit Stellmacherei aus Lindlar. Das benachbarte Schloss Heiligenhoven gehört ebenfalls zum Museum. Vom 11. Mai an widmet sich eine Sonderausstellung der Ortschaft Metzenseifen, einer der letzten deutschen Sprachinseln in der Slowakei. Am Sonntag, 25. Juni, findet ein Märchenfestival statt.

Zum Programm zählen überdies ein Treffen historischer Zweiräder und Kleinwagen am 16. Juli, ein Bauernmarkt am 26. und 27. August sowie ein Obst- und Erntefest am 1. Oktober. Zwei Symposien beleuchten den Klimawandel und seine Bedeutung für den Wald (am 24. November) sowie den Artenrückgang in der Kulturlandschaft (am 6. Dezember).

Kommern
Das Rheinische Freilichtmuseum Kommern bei Mechernich blickt 
in seiner Sonderausstellung „Wir Wirtschaftswunderkinder“ auf den Alltag in den 1950er- und 1960er-Jahren. Außerdem sind Aufnahmen des renommierten 
Fotografen Martin Rosswog zu 
sehen, der mehrere Jahre lang in sechs europäischen Ländern unterwegs war.

Das Freilichtmuseum am Rand der Eifel umfasst rund 70 Gebäude des ländlichen Rheinlands aus fünf Jahrhunderten. Zu besichtigen sind Bauernhöfe und Wohnhäuser, Windmühlen und Werkstätten, ein Schul- und ein Backhaus, ein Tanzsaal und eine Kapelle. Auch die 1960er- und 1970er-Jahre sind längst museumsreif geworden: Am neuen „Marktplatz Rheinland“ stehen ein Bungalow von 1959, ein Fertighaus von 1965 und eine Gaststätte im Zustand von 1974. Wöchentlich wechselnde Veranstaltungen und Vorführungen drehen sich um Landleben und ländliches Handwerk.

 

Grefrath
Eine mittelalterliche Burg bildet den Kern des Niederrheinischen Freilichtmuseums in Grefrath. Die Burg ist von drei Bauernhofanlagen, einer Schmiede, einer Gerberei und einer Schnapsbrennerei umgeben. In einem weiteren Gebäude ist ein Spielzeugmuseum untergebracht.

Bis zum 5. Juni geht es in der diesjährigen Sonderausstellung um das „Wandern, Laufen und Marschieren“. Eine weitere Ausstellung befasst sich vom 25. Juni an mit der Puppenspielfigur des Kaspar und seiner Geschichte. Zum Veranstaltungsprogramm gehören der traditionelle „Mairitt“ am 1. Mai, zu dem sich in diesem Jahr auch erstmals historische Gespanne auf eine 10 km lange Rundfahrt begeben und eine Gartenschau mit rund 100 Ausstellern, die vom 3. bis 5. Juni „Inspirationen für Garten, Kunst und 
Wohnen“ bieten. Gleichzeitig finden – kein Scherz! – die „32. Internationalen offenen deutschen Bügelmeisterschaften“ statt. Aber gemeint ist nicht das Kleiderbügeln, sondern ein Geschicklichkeitsspiel mit Bügeln, Kugeln und einem Holzschläger.   


Text: Gisbert Strotdrees

Foto: Freilichtmuseum Kommern