Müll – zu schade für "Ex und Hopp"

Zu schnell landet etwas in der Tonne. Das muss nicht sein. Recyclingspezialist Hans Engels zeigte den Landfrauen, dass Müll mehr wert ist. Foto: Kopf

24.02.2017 . Ist das Müll oder muss das weg? Klingt komisch, ist es aber nicht. Für Hans Engels vom Arbeitskreis Recycling in Herford ist das durchaus eine berechtigte Frage.

Denn im Müll stecken Werte. Was die einen in die Tonne pfeffern, kann für andere noch nützlich sein. Für wiederum andere kann der Schrott gar nicht schäbig genug aussehen, um daraus individuelle Stücke zu designen.

Recycling zum Thema gemacht

Wiederverwertung, Nachhaltigkeit, Abfallvermeidung, das sind genau die Dinge, mit denen sich Landfrauen ständig auseinandersetzen. Im Ortsverband Enger/Herford zieht sich das Thema Recycling wie ein roter Faden durch das Jahresprogramm. Deswegen hatte Gunhild Vogel-Höffner mit ihrem Team auch beschlossen, der Recyclingbörse Herford einen Besuch abzustatten.

Am Mittwoch dieser Woche trafen sich 20 Landfrauen auf dem Recyclinghof. Schon als sie vom Parkplatz zum Gebäude gingen, ahnten sie: Müll ist mehr wert. Mit der richtigen Idee kann aus Schrott sogar etwas Kunstvolles oder ein neues Möbelstück werden. Das ist der Gedanke hinter dem Trend „Upcycling“.

Upcycling – genau mein Ding

„Dabei wird aus einer alten unbrauchbaren Sache etwas völlig neues“, erklärte Hans Engels den Landfrauen. Gemeint ist also nicht, den schäbigen, zerkratzten Schrank neu zu streichen, sondern daraus aus etwas Neues wie beispielsweise eine Sandkiste zu bauen.

Vor allem junge Leute haben Spaß, alte Dinge aufzuwerten und ihnen ein neues Leben zu schenken. Was Künstler mit Kleiderbügeln, Skiern, Tennisbällen, Wäscheleinen anzustellen wussten, sahen die Landfrauen in einer Ausstellung in der Recyclingbörse. rk

Die Bildergalerie unten zeigt einige Kunstwerke und regt vielleicht zum Nachmachen an.

  • Eine Garderobe aus Plastikkleiderbügeln.

  • Viele Tennisbälle bilden einen Sitzball.

  • Skier sind auch zum Sitzen da.

  • Wohin geht der Weg? Landkarten als Tapete.

  • Gestern noch Wäscheleine, heute ein Hocker.

  • Ein Sessel gepolstert mit Altkleiderresten.

  • Die Sitzfläche war einmal ein Barrique-Fass.

  • Ein Tisch, der auf Lattenrosten steht.

  • Bretter, die dicht machen: Skier als Tor.

  • Der Wind spielt mit Rädern. In den Speichen hängen CDs.

  • Zinnreste lassen ein Licht aufgehen. Fotos: Kopf