Ein ausgezeichneter Rinderzüchter

Gruppenbild mit Kälbchen: Der Rinderzüchter Josef Hannen (Dritter von links) im Kreis seiner Familie, die sich mit ihm über die hohe Auszeichnung freute. Foto: von Beschwitz

13.09.2017 . Josef Hannen, Milchviehhalter aus Tönisvorst (Kreis Viersen) hat am gestrigen Dienstag den Hans-von-Bemberg-Preis erhalten, eine der höchsten Auszeichnungen der Landwirtschaftskammer NRW. Der Preis wird jährlich an Landwirte für Höchstleistungen in der Tierzucht vergeben. Wie Kammerpräsident Johannes Frizen erklärte, war es dem Preisgericht nicht schwe gefallenr, die Zuchtstätte von Familie Hannen für die Auszeichnung vorzuschlagen.

Vor mehr als 40 Jahren startete Josef Hannen auf dem elterlichen Betrieb seinen Berufsweg als Milchviehhalter. Damals standen 20 Kühe in der Anbindehaltung und 20 Zuchtsauen im Stall. Für den dynamischen Landwirt war von Anfang an klar: seine Priorität lag bei den Kühen. Während sein Vater die Sauen weiter leitete, widmete sich Hannen voll und ganz der Milchviehherde. Mitte der 1970-Jahre leisteten die 18 Herdbuchkühe im Schnitt 5000 kg Milch pro Jahr. Als sich zehn Jahre später die Frage stellte, ob mit der Milchviehhaltung überhaupt weiter gemacht werden soll, brauchte Hannen nicht viel Bedenkzeit. Wenig später folgte der Bau des ersten Boxenlaufstalles für 60 Kühe – zur damaligen Zeit eine beachtliche Größe.

Auf vielen Schauen  erfolgreich

Heute führt Hannen den Betrieb mit seinem Sohn Thomas. Gemeinsam managen sie 250 Kühe. Beide begeistern sich für Zucht. In den vergangenen Jahrzehnten ist keine Kreistierschau in Viersen gewesen, auf der die Zuchtstätte Hannen fehlte. Siegerschärpen brachte das Vater-Sohn-Duo nicht selten nach Hause: so etwa

Wer ist Hans von Bemberg?
Der Hans-von-Bemberg-Preis wird jährlich von der Landwirtschaftskammer NRW für Höchstleistungen in der Tierzucht vergeben. Es handelt sich um eine Ehrenauszeichnung und ist nicht mit einer Geldsumme dotiert. Benannt ist der Preis nach dem rheinischen Landwirt und Rindviehzüchter Hans von Bemberg (1892-1958) aus Euskirchen, der seit 1945 den Rheinischen Verband für Tieflandrinderzucht geleitet hat. Noch zu seinen Lebzeiten, 1952, rief die Landwirtschaftskammer Rheinland den Preis ins Leben, den der Namensgeber selbst an seinem 60. Geburtstag erhielt. Seither wird der Preis einmal jährlich von der Kammer Rheinland, seit 2006 von der Landwirtschaftskammer NRW vergeben. Str.

  • bei der Panto-Tochter Marlene,
  • der Dante-Tochter Pia oder
  • der Snowflake-Tochter Jasmin, die neben Schau-Erfolgen gleich zweimal für die Präsentation von Snowflake-Nachzuchten auserwählt wurde.

Zudem finden Besucher der Krefelder Färsenschau oder der Schau der Rinder-Union West (RUW) in Hamm fast immer Tiere aus der Hannen-KG im Schaukatalog.

Ehrenamt gehört dazu

Nicht nur die Zucht im eigenen Betrieb liegt Hannen am Herzen, sondern auch das Engagement für den Berufsstand. Für ihn war und ist auch heute noch die Arbeit im Ehrenamt eine Selbstverständlichkeit. 1983 wählten ihn die Züchter in der Region zum Vorstand des Kreis-Rindviehzuchtvereins. Es folgte die Wahl in das Ehrenamt der Rheinischen Zuchtorganisation.

Als es einige Jahre später darum ging, die RUW zu gründen, war es Hannen, der sich an den Fusionsgesprächen beteiligte. 1993 wurde er Mitglied des ersten RUW-Aufsichtsrates. Neun Jahre später übernahm er dann den Posten des RUW-Vorstandsvorsitzenden und war hier vierzehn Jahre aktiv. Im Herbst 2013 wurde er zum Vorsitz bei der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Rinderzüchter (ADR) gewählt und war maßgeblich an der Gründung des Bundesverbandes Rind und Schwein in diesem Jahr beteiligt. EvB


 
Mehr über die Zuchtstätte Hannen lesen Sie im Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben, Folge 38, vom 21. September 2017.